Ein mysteriöser Absturz eines A380 in den Pariser Flughafen, tausende Tote auf einem Marktplatz, grausame Experimente an entführten Menschen und ein Leipziger Bestatter mit einem dunklen Geheimnis – all diese Dinge haben eines gemeinsam: Der Tod kommt im Schlaf und wütet unter allen Anwesenden. Zurück bleiben unberührte Tote. Der Tod riecht nach verkochtem Mais, doch nur für ihn, Konstantin Korff. Unvereinbar mit einem normalen Leben und einer Liebesbeziehung zu einem anderen Menschen muss Herr Korff seinen Weg gehen. Eines Tages holt ihn seine Vergangenheit wieder ein. Alte Freunde und neue Feinde stellen sich ihm vor. Plötzlich liegt es an ihm einen Nakroleptiker zu finden, der tötet ohne dass er es wirklich will. Denn wenn er in den Schlaf fällt, dann kommt der Tod – für jeden. Doch nicht nur Korff sucht nach ihm. Ein zuckerkranker, kettenrauchender, schwer bewaffneter Unbekannter ist ihm auf den Fersen. Und eine geheime Wissenschaftsgruppe will ihn für ihre unmenschlichen und abartigen Experimente. Die Zeit läuft Korff davon und er ist so erschöpft. Doch einschlafen darf er nicht, dass darf niemand von ihnen. Denn im Schlaf kommt er.
Wer große Schlachten mit Furcht einflößenden Drachen, heroischen Zwergen und blutrünstigen Vampiren erwartet, wird mit „Oneiros“ erst einmal enttäuscht. Dieses Mal geht MARKUS HEITZ mit seiner Geschichte und den Protagonisten behutsamer um – jedenfalls auf den ersten Blick. Viel subtiler und weniger laut werden die Kämpfe und Schlachten der Protagonisten ausgetragen. Dennoch fehlt es nicht an spannenden Kämpfen, mystischen Kräften und spannenden Charakteren. Wie schon bei seinen vorherigen Büchern schwankt die Sympathie zwischen Leser und Protagonist während der Geschichte.
Mit der Eingangsszene – dem Flugzeugabsturz – wird ein krachender Einstieg in die Geschichte platziert, der auch eine hohe Erwartungshaltung auf den Fortgang weckt. Allerdings wird der Leser danach eher fallen gelassen und von häufigem, teils unvermitteltem Handlungssprüngen und nur kurzem Spannungsleuchten bei der Stange gehalten. Doch der Eindruck täuscht auch. Die weniger Aufsehen erregenden Szenen – keine Schlachten mit Hunderttausenden Toten, sondern nur dreitausend still Gestorbene – gruseln und öffnen Münder in stummem Schweigen.
Auch in „Oneiros“ hat man wieder das Gefühl, dass sich MARKUS mit den angesprochenen Themen, zum Beispiel die Thanatologie, ernsthaft auseinander gesetzt hat. Detailreich werden auch Nebensächlichkeiten beschrieben, die die Geschichte greifbarer und eingängiger machen.
„Oneiros“ ist zwar Phantasie aus der Feder des Meisters MARKUS „MAHET“ HEITZ, jedoch in anderer Umgebung und auf subtilerer Weise. Der Roman wird vermutlich die Lager spalten.






